SysNLP / Radikales NLP — Vollständiges Kapitelraster
Vorwort
These: Die Auseinandersetzung mit NLP ist keine neue Idee, sondern ein roter Faden, der sich seit der Diplomarbeit 1997 durch mein Denken zieht — über Freud, Adler, Gestalttheorie, radikalen Konstruktivismus bis zu Bateson und von Foerster, ohne dass mir die systemische Verbindung damals bewusst war.
Ziel: Die persönliche Legitimation und Motivation herstellen — warum ausgerechnet ich, warum jetzt.
Leitfragen:
- Wie beschreibst du den Bogen von „Neue Wege der Kurzzeittherapie“ (1997) über Practitioner, Master bei Savelsberg, den Wechsel zu Schmidt bis heute?
- Willst du die Bandler-Identifikation offen ansprechen (Humor, Provokation, das Gefühl der Nähe zu ihm statt zu Grinder) als ehrlichen Ausgangspunkt statt als peinliche Jugendsünde?
- Warum jetzt — was hat sich verändert (Verbandszersplitterung, eigene KI-Arbeit, sysNLP-Wiederentdeckung)?
Ton: Persönlich, warm, darf humorvoll-selbstironisch sein wie deine alten Blogtexte. Kein Fachvokabular hier.
Material: Diplomarbeit-Einleitung, alle drei biografischen Stationen aus unserem heutigen Gespräch, die Fußnote zur Verbandszersplitterung.
Teil I — Ausgangslage
1. NLP heute: Selbstverständnis, Markt, Verbreitung
These: NLP versteht sich selbst pragmatisch und theorielos („a way of talking about things“) — das ist zugleich seine Marktstärke und seine wissenschaftliche Schwäche.
Ziel: Ein nüchternes Bild zeichnen, bevor die Analyse beginnt — Bestandsaufnahme, keine Wertung.
Leitfragen:
- Wie stellt NLP sich selbst dar — in Werbung, bei Bandler live, in Trainerauftritten?
- Welche Institute/Strömungen gibt es heute (DVNLP, Bandler-treue Institute, sysNLP.net als Beispiel für stille Distanzierung vom Label)?
- Was zeigt die Verbandskrise (Stahl/DVNLP, Mitgliederrückgang von ~1850 auf ~1400) über den Zustand des Felds?
- Welche Grundtechniken gehören zum heutigen Kanon?
Ton: Beobachtend, leicht ironisch erlaubt, noch nicht wertend.
Material: München-Rezension (2015), DVNLP-Recherche von heute, sysNLP.net-Fund.
2. Systemisches Denken: Beobachtung, blinder Fleck, Konstruktion
These: Beobachtung ist nie neutral; jede Systembeschreibung schließt den Beobachter ein.
Ziel: Das Werkzeug liefern, mit dem Kapitel 3 NLP neu liest — Grundbegriffe klären, ohne NLP schon zu erwähnen.
Leitfragen:
- Was unterscheidet Beobachtung 1. und 2. Ordnung konkret in der Beratungspraxis?
- Was bedeutet re-entry (Luhmann/Spencer-Brown) für eine Beratungssituation?
- Wie lässt sich struktureller Konstruktivismus ohne Fachjargon einführen?
Ton: Dicht, ruhig, präzise — der Essay „Was bedeutet es, systemisch zu denken?“ ist die direkte Vorlage, ggf. nur leicht personalisiert und mit einem Bild/einer Anekdote geöffnet statt mit der abstrakten Einleitung.
Material: Essay 2025 fast vollständig verwertbar.
3. Warum NLP wurde, was es wurde
These: Wissenschaftliche Ablehnung und Markterfolg sind zwei Seiten derselben Systemdynamik — kein Zufall, sondern eine erklärbare Ausweichbewegung von einem Funktionssystem ins andere.
Ziel: Mit dem Werkzeug aus Kapitel 2 erklären, nicht nur beklagen.
Leitfragen:
- Welche Rolle spielte die etablierte Verhaltenstherapie als Konkurrenz beim Ankern (deine These: Ankern als „Ohrfeige“ für die Verhaltenstherapie)?
- Wie hat der Markt eigene Erfolgskriterien gesetzt, die die Wissenschaft verweigerte?
- Was zeigt Bandlers eigene Schilderung (die Therapeuten-Umfrage, nur Satir antwortet positiv) über den Gründungsimpuls?
Ton: Analytisch, mit pointierten Belegen (Zitate, eigene Erlebnisse).
Material: „NLPt als Psychotherapie“ (2017) fast komplett — Krönung-Zitat, Erickson-Nussschale-Zitat, „Krankenhaus“-Bild (NLP und Kybernetik am selben Ort entstanden).
4. Was an der Kritik berechtigt ist — und was sie übersieht
These: Die übliche Kritik (Manipulation, fehlende Theorie) trifft echte Schwächen, verfehlt aber die eigentliche Wurzel-Frage.
Ziel: Die Bühne für die Neufundierung bereiten — zeigen, dass du die Kritik kennst, aber weitergehst.
Leitfragen:
- Welche Kritikpunkte hältst du für berechtigt (Machtfrage, „wer hat das Problem gelöst“, Verantwortungsabgabe an die Technik)?
- Welche für oberflächlich oder falsch adressiert?
- Wie lässt sich die Bandler-München-Szene mit dem weinenden jungen Mann als konkretes Fallbeispiel nutzen?
Ton: Klare Kante, kein Herumeiern.
Material: München-Rezension, „was ist dran, was ist drin“ (Macht-Kapitel), Isert-Muskeltest.
Teil II — Theoretische Neufundierung
5. Die vergessene Herkunft
Leitfrage als Kapitelöffnung: Wie kann eine Methode aus systemischen Wurzeln entstehen und dann so weit in eine mechanistische Veränderungslogik hineinlaufen?
These: NLP entspringt denselben Quellen wie das systemische Denken (Bateson, Satir, Erickson, Perls), hat diese Herkunft aber im Weg zur Technik verlassen.
Ziel: Den Buchtitel „radikal“ (= zur Wurzel) inhaltlich einlösen.
Leitfragen:
- Welche Spuren der frühen Systemik finden sich noch in „Die Struktur der Magie“?
- Wie zeigt deine eigene Diplomarbeit (1997), dass diese Wurzeln greifbar waren, ohne dass du sie damals „systemisch“ nanntest?
- Was genau ging beim Übergang von Beobachtung zu Technik verloren?
Ton: Fast feierlich beim Aufzeigen der Wurzeln, dann eine Volte zur Ernüchterung.
Material: Diplomarbeit komplett (radikaler Konstruktivismus, Maturana/Varela, Gestalttheorie).
6. Der verlorene Anschluss
(bereits vollständig ausgearbeitet — siehe oben)
7. Was die Hypnosystemik weitergedacht hat
These: Nicht „was übernehme ich von Schmidt/Simon/von Kibéd“, sondern: welche Anschlussentscheidungen hat die Hypnosystemik getroffen, die NLP nicht getroffen hat?
Ziel: Vergleichslogik statt Werkzeugkiste — den Unterschied explizit machen.
Leitfragen:
- Wo genau hat Schmidt die Utilisations-Idee Ericksons konsequent zu Ende gedacht, während NLP bei der Steuerung blieb?
- Was liefert Fritz Simon für das Organisationsverständnis, das NLP fehlt (auch wenn Organisation hier nur gestreift wird)?
- Wie funktioniert Varga von Kibéds Aufstellungsarbeit als Modellierungsmetapher — und was verbindet sie mit deinem Future-Pace-Gedanken („die Arbeit beginnt erst nach der Aufstellung“)?
Ton: Sachlich-dankbar, mit Respekt vor den Quellen, kein Herabwürdigen von NLP dabei.
Material: Essay 2025 (Schmidt-Zitat zur strukturellen Koppelung), dein ursprüngliches Diplomarbeit-Literaturverzeichnis.
8. Die Schwester, die hätte entstehen können
These: Wippich, Isert und die NLPt sind keine Fehlversuche, sondern historische Anläufe, genau diese Lücke zu schließen — mit einer klaren Antwort, warum keiner trug.
Ziel: Die Designanforderungen für den eigenen Versuch herausarbeiten, nicht die Vorgänger abwerten.
Leitfragen:
- Was fehlte Wippich (narrativ statt theoretisch fundiert)?
- Was fehlte Isert (punktuelles Beispiel, kein System)?
- Was fehlte der NLPt (akademisches Flickwerk, „nachträglich gepatchworked“)?
- Was ist die konkrete Lehre für dein eigenes Vorgehen — welche der drei Lücken schließt dein Buch als erstes?
Ton: Fair, einladend, du stehst selbst in dieser Reihe — keine Überheblichkeit.
Material: „NLPt als Psychotherapie“ (2017) fast vollständig — dort stehen alle drei Namen bereits versammelt.
Teil III — Grundoperationen statt Technik-Zoo
Rückgrat: Wahrnehmen/Unterscheiden → Aktivieren/Rekontextualisieren → Stabilisieren/Erproben
9. Nicht Technik-Zoo, sondern Grundoperationen
These: NLP ist ein kleines Set von Grundoperationen der Netzwerkaktivierung, keine große Technikliste.
Ziel: Die neue Ordnungsachse einführen und die alte (Grundlagen/Beziehung/Veränderung) ablösen.
Leitfragen:
- Wie lässt sich „cells that fire together, wire together“ als gemeinsamer Nenner für Submodalitäten, Reframing, räumliche Perspektivwechsel und Swish plausibel machen?
- Welche Technik gehört wohin, wenn man nach Wirkmechanismus statt nach Kategorie sortiert?
Ton: Klar strukturierend — eine Übersichtstabelle als Kapitelkern ist hier sinnvoll.
Material: Unser heutiges Gespräch zur Netzwerkaktivierung als Grundoperation.
10. Wahrnehmen/Unterscheiden: Repräsentation, Submodalitäten, Metamodell
These: Diese Elemente sind Landkarten-Theorie, keine Techniken — ihre Stärke ist Präzision, nicht Steuerung.
Leitfragen:
- Wo hilft das Metamodell heute noch in der Beratungspraxis?
- Wo überschneidet es sich mit KI-Sprachmustertheorie, ohne dass du das Thema hier vertiefst (nur als Seitenblick, KI bleibt ja ausgeklammert)?
- Wie lässt sich die Chomsky-Distanzierung aus deinem 2016er-Text („nie verstanden, warum das so betont wird“) produktiv einbauen?
Ton: Konkret, mit Beispieldialogen (Diplomarbeit liefert reichlich Material dazu).
Material: Diplomarbeit-Abschnitt zum Metamodell, „was ist dran, was ist drin“.
11. Wahrnehmen/Unterscheiden: Beziehungsgestaltung ohne Mechanik
These: Rapport als Angebot, nicht als Technik zur Erzeugung von Vertrauen.
Leitfragen:
- Was unterscheidet Pacing als Angebot von Pacing als Manipulation?
- Wie funktioniert Porteles „Lob der dritten Sache“ als Gegenbild zum mechanischen Spiegeln?
Ton: Warm, mit Anekdote.
Material: Diplomarbeit (Rapport-Kapitel, Portele-Zitat).
12. Aktivieren/Rekontextualisieren: Ankern neu gedacht
These: Ankern ist keine eigenständige Veränderungstechnik, sondern Hilfsmittel zur Stabilisierung eines bereits erzeugten Ressourcenzustands — geprüft an den sechs Kriterien aus Kapitel 6.
Leitfragen:
- Was bleibt vom Ankern übrig, wenn man es aus der Kybernetik 1. Ordnung löst?
- Wie zeigt die Bandler-Lachanker-Szene (München) die Engführung, die entsteht, wenn Ankern zur Universallösung wird?
- Was verändert sich an der eigenen Praxis, wenn Ankern „Hilfe für den Klienten“ statt „Werkzeug des Beraters“ ist?
Ton: Hier darf richtig Humor rein — die Handgelenk-Übung aus 2016, die Rantanplan-Anekdote, der ironische Bruch der eigenen Textstimme.
Material: „was ist dran, was ist drin“ komplett, München-Rezension.
13. Aktivieren/Rekontextualisieren: Reframing als Netzwerkwechsel
These: Reframing ist Bedeutungsverschiebung als Kernoperation, im Kern selbst eine Form des Ankerns (deine eigene These von 2016).
Leitfragen:
- Wie funktioniert das „Prostituierte“-Beispiel (Bandler) als Lehrstück für Reframing?
- Wo trifft sich Reframing mit dem Integrationsgedanken der Gestalttherapie?
Ton: Pointiert, mit szenischen Beispielen.
Material: „was ist dran, was ist drin“, Diplomarbeit (Inkongruenz-Integration).
14. Stabilisieren/Erproben: Future Pace als Rahmung
These: Future Pace ist keine Abschlusstechnik, sondern eine durchgehende Prüfbewegung, die den gesamten Beratungsprozess klammert — betrifft Berater und Klient gleichermaßen.
Leitfragen:
- Was ändert sich, wenn Future Pace von Anfang an mitläuft statt am Ende einmal abgespult zu werden?
- Wie funktioniert Varga von Kibéds „die Arbeit beginnt erst nach der Aufstellung“ als Leitmotiv?
- Wie grenzt sich das sauber von Ericksons Pseudo-Orientierung (die eine andere Funktion hat: Distanzierung statt Prüfung)?
Ton: Ruhig, das persönlichste Umdenken im Buch — darf reflektierend-tastend geschrieben sein.
Material: Unser heutiges Gespräch (12:03–12:07 Uhr-Bereich), von-Kibéd-Zitat aus „was ist dran, was ist drin“.
15. Stabilisieren/Erproben: Wirkung prüfen statt Erfolg behaupten
These: Wirkung ist nie objektiv nachweisbar, nur subjektiv als Effekt erfahrbar (Schmidt) — somatische Marker als Prüfstein, Sicherheitsposition als Basis.
Leitfragen:
- Woran erkennst du im eigenen Beratungsalltag, ob etwas „getragen“ hat?
- Wie funktioniert Schmidts ressourcenvolle Sicherheitsposition als Ausgangsbasis statt Zielzustand?
- Wie hängt das mit Iserts Muskeltest-Beispiel zusammen (das hybride System aus Berater und Klient)?
Ton: Persönlich, mit eigenen Fallbeispielen.
Material: Essay 2025 (Schmidt-Zitat zur strukturellen Koppelung), „was ist dran, was ist drin“ (Isert).
16. Transparenz als Haltung
These: Verdecktheit ist Symptom der 1. Ordnung — wer Teil des Systems ist, kann sein Tun nicht heimlich steuern.
Leitfragen:
- Was zeigt Bandlers Umgang mit Rapid Inductions über sein Grundverständnis von Beratung?
- Wie sieht die transparente Alternative konkret im Gespräch aus?
Ton: Pointiert, kritisch gegen Bandlers Praxis gesetzt, ohne persönlich zu werden.
Material: München-Rezension (Transparenz-Absatz mit explizitem Schmidt-Bezug).
Teil IV — Anwendung und Ausblick
17. Beratung als System auf Zeit
These: Die Berater-Klienten-Beziehung ist ein hybrides, temporäres System, kein Übertragungskanal.
Leitfragen:
- Wie verändert sich Auftragsklärung, wenn man von einem System auf Zeit ausgeht statt von zwei getrennten Parteien?
- Was bedeutet das für den Umgang mit Widerstand?
Ton: Zusammenführend, ruhiger Ton — Synthese der vorherigen Kapitel.
18. Die Schwester der Hypnosystemik
These: Eigenständiger Beitrag neben Schmidt — Präzision der Sprachmuster statt nur Haltung; die Brücke zur KI-Mustererkennung wird hier nur angedeutet, nicht ausgeführt.
Leitfragen:
- Was kann NLP-Präzision leisten, was die Hypnosystemik bisher offenlässt?
- Wie lautet die kurze, prägnante Formel für diese Positionierung (ein Satz, der im Klappentext stehen könnte)?
Ton: Selbstbewusst, aber nicht abgrenzend-feindselig gegenüber NLP oder Hypnosystemik.
19. Was bleibt zu tun
These: Kurzer Ausblick auf Organisationsebene (Luhmann) und KI-Brücke, bewusst nur angerissen.
Ton: Offen, einladend zum nächsten Buch — kein erschöpfender Ausblick, eher eine Tür, die angelehnt bleibt.